SILKE EBERHARD TRIO Silke Eberhard - altosax, clarinet / Jan Roder - bass / Kay Lübke - drums
Looking back forward „Diese Musik schwingt und swingt sich ganz entschieden ein in den schon ein gutes halbes Jahrhundert fließenden Strom des New Thing im Jazz. Sie ist ein nachdrückliches Bekennerschreiben der Nachgeborenen zu Dolphy, Coleman, Mingus und Monk (...) Silke Eberhards Musik kommt von da her und ist dennoch ganz und gar eigenständig. Im verwendeten Ausgangsmaterial der Kompositionen, im Gestus, in seiner Frische und Vitalität. Und im packenden improvisatorischen Zugriff. Sie führt ihren Hörer nicht ins Museum, sondern in ein Heute, das sich seiner Herkunft bewusst ist und spielerisch mit ihr umzugehen vermag. " (Ulrich Steinmetzger) REVIEWS: Best of 2008! Chicago Reader - Post No Bills, by Peter Margasak Silke Eberhard Trio - Being (Jazzwerkstatt, 2008) **** "Ungewohnte Töne - Bei Silke Eberhard schon! Die Berliner Saxofonistin hat ihr Trio Being mit einer klassischen Rhythmusgruppe besetzt - dennoch schlägt das Ensemble ungewohnte Töne an. Mit leichter Hand skizzieren die drei einen aufgeklärt modernen Jazz, der die Intuition und Intensität kreativer Improvisation in kluge Arrangements einbettet und mit der Finesse eines harmonisch und rhythmisch geerdeten Post-Bebop verwebt. Geschickt werden die Fallen der Vorhersehbarkeit umgangen und nicht ein Solo an das andere gereiht. Darüber hinaus wird das Rollenverständnis von Führungs- und Begleitinstrumenten fortwährend durcheinandergewirbelt. Kein Instrument dominiert - alle begegnen sich auf gleicher Augenhöhe." SILKE EBERHARD TRIO Being (Jazzwerkstatt, jw027): NowJazz im klassisch modernen Stil, komponiert. Schwarze Wurzeln, dabei im Schwabenland aufgezogen, in Berlin ausgereift. Nur wenn man es in Worte fassen will, wird das, was Silke Eberhard tut, paradox und kompliziert. Sobald sie mit Altosax & Klarinette zu spielen beginnt, was sie von den Großen - Ornette Coleman und Aki Takase wären da zu nennen - aufgesaugt und in Eigenkompositionen in Form gebracht hat, ist alles so einleuchtend und sonnig wie der Colemaneske ‚Calypso‘, so easy wie ‚Besenswing‘, so zartbitter gesungen wie die ‚Rockballade No. 51‘ oder ‚Jetzt doch!‘, so spritzig und sprunghaft wie ‚Ping Pong‘. Für diese binnenrhythmische, federnd swingende Sprungkraft, die im Kopf ja schon so sehr da ist, dass der Mund überläuft, hat sich die Jazz-Pott-Preisträgerin 2007 (best progressive artist) verbündet mit Jan Roder am Kontrabass und Kay Lübke an den Drums. Der eine ist Eberhard-vertraut seit 1996 und bringt seine Erfahrungen mit Die Enttäuschung und Monk‘s Casino mit ein, der andre als vielbeschäftigter Freelancer und ebenfalls als Duopartner der Saxophonistin. Dabei rollt Lübke so rund und klappert und besenswingt so geistesgegenwärtig, dass es eine Freude ist. Eberhard macht dazu nicht auf niedliche kleine Hexe, sondern ist von Song zu Song die Sophisticated Lady, der einfach nichts Banales gelingen will, wenn sie ihre eigenen Gedanken singt, auf der Klarinette besonders beschwingt und gescheit. Da ist sie bis in die Haar- und Fingerspitzen cool, Giuffre-cool, Paul-Desmond-cool, mit Bedacht leichtsinnig, ein Wildfang, der treppauf-treppab gern einige Stufen überspringt. Das abschließende ‚I love every Human Being‘ mit seinem Soloreigen zu schierer Klarinettenpracht im Bom-bom-bombombadom-Groove ist ab sofort Unterrichtsstoff. Rigobert Dittmann, Bad Alchemy 58, 2008 |